Post im Briefkasten, Namibia, 18. Januar 2017

An ALLE,

wir hoffen, ihr seid alle gut ins neue Jahr gestartet und es geht euch gut?!

Wir sind nun bereits 7 Wochen unterwegs, es geht uns fantastisch, wir sind ein gutes Team und jeder Tag ist so wunderbar wie der Tag zuvor. Wir sind etwas verwildert, der letzte Friseur z.B. hat uns vor 3 1/2 Monaten gesehen. Aber sowas interessiert hier niemand.

Namibia ist der Hammer: 2,5 x so groß wie Deutschland, 2,2 Mio. Einwohner. Ganz viel „geradeaus“ durch unendliche Weiten und dann tun sich Dinge und Gegenden auf, die einfach herrlich sind.

Der Reihe nach: Erstmal hat der Bremach gezickt. Am Kühlwasserbehälter, gerade mal 1 Jahr alt, ist die Naht geplatzt, vermutlich wegen der Hitze. Aber Afrika macht`s möglich. Irgendeine Kupferschmiede hat uns einen Behälter gebastelt, der funktioniert bzw. zumindest sehr wenig Wasser verliert. Aber wer hat schon einen kupfernen Kühlwasserbehälter?

Unser erstes Ziel war der Fish River Canyon, immerhin der drittgrößte Canyon der Welt. Da haben wir auch Heilig Abend in trauter Zweisamkeit auf einer Campsite verbracht. Zweites Ziel die Lodge/Campsite Düsternbrook, nahe Windhoek, weil wir endlich Tiere schauen wollten. Dies war eingeschränkt möglich, aber Elefant und Löwe waren uns noch nicht gegönnt. Silvester haben wir auf der Campsite einer Jagdfarm verbracht. Da Nebensaison ist, waren wir die einzigen Gäste. Eine seltsame Situation, da wir sonst Silvester immer im großen Freundeskreis beim Skifahren abrocken. Aber Offroadfahren hat manchmal Ähnlichkeit mit Skifahren. Zumindest dann, wenn Monika meint, Reinhard fährt mal wieder neben der Piste, im „Tiefschnee“, und ER seine eigene Spur in das Gelände pflügt. „Der Bremach braucht das“ (O-Ton Reinhard).

Drittes Ziel, die Waterberge. Wen`s interessiert, alles was wir hier aufführen, lässt sich googeln!

Viertes Ziel: Etoshapark. Da waren wir auf 3 Campsites und jeden Tag auf der Suche nach Tieren. Zebras, Impalas, Oryx, Wildebeest, Giraffen, Rhinos, Elefanten, Löwen und ein Leopard. Wunderbar!

Danach, auf dem Weg zu unserem fünften Ziel, den Epupafalls, etwas Luxus auf der Campsite der Opuwo Country Lodge. Swimmingpool mit einer herrlichen Aussicht und ein Restaurant, so ganz nach unserem Geschmack. Dazu unsere erste Begegnung mit den Himbas, einem Stamm von ca. 7000 Menschen, die in Familienclans über das riesige Kaokoland verteilt größtenteils in ihren alten Traditionen leben. Der namibische Präsident allerdings nennt sie „primitive Menschen mit nackten Brüsten“. Es mutet einen tatsächlich etwas seltsam an, wenn man ihnen z.B. in Opuwo im Spar-Markt begegnet. Wenn man sie aber unterwegs in ihren Kraals sieht, gewinnt man einen anderen Eindruck.

5. Ziel, die Epupafalls. Sie sind ganz im Norden von Namibia. Der Cunene-Fluss bildet die Grenze zu Angola. Wir campieren in einer wundervollen Situation keine 100m von den Wasserfällen entfernt unter Palmen. Die Gischt sorgt laufend für Erfrischung.

Sechstes Ziel, der Puras Canyon. Auf der Fahrt nach Puros erleben wir, wie 5m von uns entfernt ein Kampfadler (Martial Eagle) ein Lämmchen niederstreckt. Ein unglaubliches Erlebnis. Auf der offenen Campsite in Puros besuchen uns nachts und zum Frühstück Elefanten, hautnah! Der Puros Canyon selbst in ein Offroadspektakel: Sand, Gesteinsgeröll, Wasserlöcher…, hier zeigt der Bremach, was er alles kann. EINE von uns ist bei vielem, was wir angehen, erstmal ängstlich (SIE nennt es „vorsichtig“) und angespannt. SIE erkundigt sich immer und überall nach den Fahrverhältnissen und bekommt immer zur Antwort: „Mit diesem Truck kein Problem!“. Inzwischen hat SIE mehr Zutrauen, nicht zuletzt, weil wir so in Ecken kommen, die uns staunen lassen.

Nach ca. 2 Wochen Wilderness geniessen wir jetzt 3 Tage in der Oppi-Koppi-Lodge, wo wir umsonst auf der Campsite stehen dürfen. Der Besitzer, ein Belgier, hat ein Faible für Overlander, also Nichtafrikaner, die mit eigenem Fahrzeug unterwegs sind. Wir haben ein Faible für Swimmingpool und ER (an dieser Stelle ist Reinhard gemeint) für Oryxfilet!

Bleibt gesund und lasst`s euch gut gehen!

Wir umarmen euch

Monika und Reinhard