Post im Briefkasten, 10.5.2017

An Alle,

wir hoffen, es geht Euch gut und Ihr kommt mit Eurem Alltag zurecht.

Wir wissen schon gar nicht mehr, wie dieser aussieht, weil wir hier täglich ganz besondere Momente erleben dürfen. Nun sind wir bereits seit 5 Wochen wieder auf Tour. Die eigentlichen Ziele waren Lesotho und Swasiland. In zwei/drei Tagen kann man Lesotho von Kapstadt aus locker erreichen. Wir haben 3 Wochen gebraucht, weil wir ganz neue, wunderbare und uns noch unbekannte Gegenden entdeckt haben. Natürlich hat auch der Bremach zwischendurch mal gezickt und nach einem neuen Kupplungszug verlangt. Er kann es überhaupt nicht leiden, wenn wir immer nur auf Tar-Road unterwegs sind. Ein besonderes Erlebnis war der ADDO Elefant Park, ein gigantisch großes Naturreservat mit VIELEN Tieren. Zebras, Impalas, Warthogs gibt es eigentlich in allen Tierreservaten. Elefanten, Löwen und Leoparden sind eher selten. Umso überraschter waren wir, in den 4 Tagen im ADDO-Park bestimmt über hundert Elefanten in allen möglichen Situationen gesehen zu haben. Mal in Herden mit etwas Abstand, mal hautnah oder auch mal bedrohlich auf uns zukommend. Am Eindrucksvollsten aber war, als ein Elefantenbaby von zwei großen Elefanten aus einem Wasserloch „gerettet“ wurde. Dann ein Löwe, der gerade einen Büffel erlegt hatte, mit blutiger Mähne und Fleischfetzen zwischen den Zähnen. Ein unglaublicher Anblick. Zwei Tage später sind wir wieder an der Stelle und haben nur noch ein blankes Gerippe vorgefunden.

Wir machen einen Sprung nach Lesotho, wo wir seit knapp zwei Wochen unterwegs sind. Lesotho liegt bekanntlich mitten in SA und ist ein relativ kleines Land mit nur 1,2 Mio Einwohnern und vielen, vielen Bergen. Wir bewegen uns ständig in Höhen zwischen 2000 und 3000 m Höhe. Die Chinesen haben im ganzen Land Teerstraßen finanziert und gebaut und dafür die Schürfrechte für Diamanten/ Gold erhalten. Egal, wohin wir fahren, auf 50-80 km geht es über mindestens 3 bis 4 Pässe. Für Motorradfahrer ein Paradies (obwohl wir noch keinem begegneten), für den Bremach eine Tortur. Aufwärts mit max. 30km/h, runter mit 15 km/h, sehr zur Freude von Monika. Zwischendurch aber auch mal 60 km Off-Road, bei 5 Std. Fahrtzeit, wo er sich austoben kann.

Das Land hat jede Menge Wasser, auf das Südafrika scharf ist. Südafrika finanziert die teilweise gigantischen Staudammprojekte und Lesotho kommt so zu Energie. Ansonsten nutzt das viele Wasser den Locals wenig, weil der steinige Boden es nicht aufnehmen kann. Teerstraßen sind für eine gewisse Versorgung zwar nicht schlecht, aber von den Bauern, die in den anliegenden, unzugänglichen Bergen leben, hat keiner ein Auto. Dafür sieht man in den entlegensten Ecken immer und überall Menschen auf/mit Eseln und/oder auf zähen Pferden. Jeder qm urbarer Boden wird selbst auf 3000 m Höhe zum Maisanbau genutzt. Und ebenso immer und überall umherziehende Hirten mit ihren Schafen. Schafe, Schafe, Schafe, wohin man blickt… abends auf dem Teller von Reinhard, mmmh.

Die Menschen sind freundlich, ja herzlich. Man merkt, dass sie nie unter weißer Herrschaft leben mussten. Wir erleben jeden Tag ganz besondere Momente, berührende, ehrfürchtige, demütige, erhebende, erfreuende. Dafür sind wir sehr dankbar.

Wir vermissen Euch, wir lieben Euch, wir umarmen Euch,

Monika und Reinhard

PS: unsere website ich noch nicht aktualisiert. Das machen wir, wenn wir im Juni wieder in Kapstadt sind.