Kaokoland – Opuwo

Im Nordwesten von Namibia haben wir den Eindruck, im „tiefsten Afrika“ angekommen zu sein. Sanfte Landschaft, wenig besiedelt, Heimat der Himbas und Herreros, eine andere Welt. Wir besuchen einen Himba-Kraal, ca. 20 Fahrminuten von Opuwo entfernt. Als Gastgeschenk bringen wir 5 kg Maismehl, 2 kg Reis,  2 l Sonnenblumenöl mit und erleben eine völlig andere Welt/Lebensweise/Lebenseinstellung – wir sind fasziniert und doch verunsichert, was wir davon halten sollen. O-Ton einer Himba-Frau: „Geben wir unsere Kinder in die Schule, verlieren wir sie für unsere Kultur“. Ihre Kultur hat mit der westlichen Wertevorstellung rein gar nichts zu tun. Kein Strom, keine Vorratshaltung, kein Firlefanz, keine Bildung, keine Hektik, kein Besitz, NICHTS, was belasten könnte. Dafür Viehzucht, reghafter Austausch von Partnern, lange Tagespausen im Schatten, aufstehen bei Sonnenaufgang, zu Bett gehen bei Sonnenuntergang, viele Kinder, streng einzuhaltende Rituale, Maisbrei zum Frühstück, Mittagessen und Abendessen.

Opuwo selbst ist die Distrikthauptstadt im Kaokoland und Versorgungszentrum für die im weitem Umkreis wohnenend Menschen. Hier treffen alle Volksgruppen zusammen, laut, ungeniert, geschäftig, arm.